Pflege-Tarifreform - Tagsatzkalkulation Neu

Im Laufe des letzten Jahres war der Bereich Pflege der GemNova im Rahmen verschiedener von uns begleiteter Arbeits- und Projektgruppen maßgeblich an der Erarbeitung eines neuen Kalkulationsmodells für die Tarife in den Tiroler Wohn- und Pflegeheimen beteiligt.

Diese arbeitsintensive Vorbereitungszeit resultierte letztlich in einem Regierungsbeschluss, wodurch das neue Modell, die „Tagsatzkalkulation Neu“, zur Umsetzung freigegeben wurde.

Der erste Umsetzungsschritt war die Informationsveranstaltung am 18.09. im Pflegeheim Hall, bei der die neuen Inhalte und Veränderungen unter anderem von unserem Pflegekoordinator Christian Schneller zum ersten Mal präsentiert wurden. Rund 100 Führungskräfte aus den Tiroler Heimen besuchten die Veranstaltung und konnten die Gelegenheit nutzen, sich über die neue Kalkulation sowie die konkreten Umsetzungsschritte und die erste Pilotphase zu informieren.

Die grundlegendste Veränderung im Vergleich mit dem bisherigen Modell stellt die Aufteilung des Tagsatzes in einen „Grundtarif“, also sämtlicher Basisleistungen unabhängig von der Pflegestufe, und einen „Pflegepersonalzuschlag“, der die pflegerischen Tätigkeiten basierend auf der Pflegestufe abdeckt, dar. Beim Grundtarif werden die Unterschiede zwischen großen und kleinen Heimen durch eine Unterteilung in 5 Grundtarifgruppen berücksichtigt. Außerdem gibt es einen künftig für alle Heime verbindlichen Leistungskatalog, dessen Inhalte im Grundtarif abgebildet sind. Da die Qualitätssteigerung in den Heimen eines der Ziele des neuen Modells ist, wurde das Qualitätsmanagement als verpflichtende Leistung im Grundtarif definiert. Prävention, Gesundheitsförderung, soziale Betreuung und Aktivierung ist in Zukunft in allen Heimen in einem definierten Ausmaß durch den Grundtarif gedeckt. Zur weiteren Steigerung der Qualität dienen sowohl der neu festgelegte Mindeststandard im Bereich der Verpflegung, als auch die Finanzierung von Standardhygieneartikel für alle HeimbewohnerInnen. Der Pflegepersonalzuschlag lehnt sich an das bestehende Personalkalkulationsmodell an, beinhaltet aber eine Aufsplittung der Vollpflege in die Pflegestufen 5, 6 und 7 mit unterschiedlichen Pflegeminuten. Außerdem wird der Nachtdienst künftig einheitlich aliquot pro Pflegestufe ab der Stufe 2 mit 30% der vorgegebenen Pflegeminuten berechnet.

Am 1.1.2018 startet die erste Pilotphase, bei der in rund 20 Pflegeheimen die neuen Tagsätze, und damit auch der verpflichtende Leistungskatalog, angewendet werden. Bis dahin haben wir noch vielfältige Vorbereitungsarbeiten in unterschiedlichen Arbeits-, Steuerungs- und Projektgruppen zu erledigen. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung eines Controllingwerkzeuges für die Heime, weitere Datenerhebungen und Auswertungen sowie intensive Startworkshops in sämtlichen Pilotheimen. Bei diesen Workshops werden gemeinsam mit den Einrichtungen auf der Grundlage ihrer Rechnungsabschlüsse die Ist-Daten erhoben und mit den kalkulierten Benchmarks verglichen, um die individuellen Umsetzungsschritte für jedes Heim festzulegen. Auf Basis des einheitlichen Controllings wird anhand von quartalsmäßigen Evaluierungen der Verlauf der Umstellung bewertet, woraus wir Schlüsse und Maßnahmen für die zweite Pilotphase im Jahr 2019 mit weiteren 20-30 Heimen ableiten werden.

Wir vom Bereich Pflege der GemNova freuen uns über diese anspruchsvollen Aufgaben, durch die wir einen wesentlichen Beitrag zur positiven und nachhaltigen Veränderung der Tiroler Pflegelandschaft leisten dürfen.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen jederzeit seitens GemNova zur Verfügung:

Christian Schneller
Bereichsverantwortlicher Pflege
T +43 (0)50 4711 34
M +43 (0)699 157 42 901
E c.schneller@gemnova.at

Daniela Kranzlmüller, MSc
Projektverantwortliche Förderwesen
T +43 (0)50 4711 37
M +43 (0)660 201 32 24
E d.kranzlmueller@gemnova.at

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