Gemeinde Grins will Nahversorgung auf neue Beine stellen

In einem breit angelegten Prozess geht die Gemeinde Grins im Bezirk Landeck eine besondere Herausforderung an. Der letzte Lebensmittelhändler hat vor über einem Jahr die Pforten geschlossen, das Gasthaus ist seit Herbst verwaist. Andere „Klassiker“ der Nahversorgung wie Bank und Post sind schon lange aus dem Ortsbild verschwunden. Was also tun?

Foto: Magnus Gratl

„Wir nehmen die Sorgen unserer Dorfbevölkerung ernst, wissen aber, wie schwierig dann die Umsetzung ist“, fasst es Bürgermeister Thomas Lutz zusammen. Gemeinsam mit der Dorfgenossenschaft hat er die Initiative gestartet. Man will die Menschen vor Ort einbinden – so, dass sie das Ergebnis nicht nur mit ihren Ideen unterstützen, sondern auch mitverantworten. „Darum war es uns wichtig, in einem ersten Schritt die Stimmung im Dorf einzuschätzen. In einem Dorfabend mit überwältigender Beteiligung kam ganz klar heraus: Gasthaus und Geschäft sind den Menschen wichtig. Dafür sind sie auch bereit, sich einzubringen“, sagt der Dorfchef. 241 Grinnerinnen und Grinner kamn zum Auftakt. Ein Stammtisch mit den Vereinen zeigte, dass auch sie bereit sind, die Initiative mitzutragen. Das bestärkt die Gemeindeführung. Lutz: „Die Vereine haben zugesichert, ihre Umsätze für die Einkäufe bei Festen und Veranstaltungen im Ort zu lassen. Das ist eine tolle Basis.“ Jetzt folgt eine groß angelegte Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner, bei der neben der Nahversorgung auch weitere Themen abgefragt werden. „Der Fragebogen wird in einer Arbeitsgruppe erstellt und dann an alle Wahlberechtigten ausgegeben. Mit den Ergebnissen gehen wir dann in Richtung Umsetzung. Bereits im Herbst wollen wir wissen, ob wir die Wiederbelebung von Geschäft und Gasthaus schaffen werden. Das ist das oberste Ziel“, erklärt Bürgermeister Thomas Lutz.

Der gesamte Prozess ist ein Leader-Projekt und wird von der Gemnova begleitet. Magnus Gratl, Bereichsverantwortlicher in der Gemeindeentwicklung, sagt dazu: „Es ist wichtig, die Menschen vor Ort einzubinden. Aber noch wichtiger ist es, sie nicht nur mitreden zu lassen, sondern ihnen auch die Mitverantwortung zu zeigen. Wenn das funktioniert, kann es etwa für einen selbstständigen Kaufmann attraktiv sein, in Grins wieder einzusteigen. Denn er weiß die aktive Unterstützung der Menschen hinter sich.“ Eine Möglichkeit ist, eine Art Beteiligungsmodell anzuregen. Gratl hat sich dazu Unterstützung aus Vorarlberg geholt. „Dort sind viele Läden in den kleinen Dörfern als Genossenschaften geführt – wirtschaftlich erfolgreich. Mit Karl-Heinz Marent haben wir einen Know-How-Träger gewonnen. Er ist Geschäftsführer des Vereins ‚Dorfleben‘, wo über 50 solche Dorfläden gebündelt sind“, führt Magnus Gratl aus.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen jederzeit seitens GemNova zur Verfügung:

Magnus Gratl
Bereichsverantwortung Gemeindeentwicklung
+43 660 237 73 56
m.gratl@gemnova.at

Einkaufsplattform
E-Vergabe

Hinweis: Sie wurden von einem Produkt im Newsletter auf diese Seite umgeleitet? Bitte oben einloggen und weiterleiten lassen.